In der Öffentlichkeit spukt immer noch das Bild des Archivars, der als spitzweghafter Sonderling in verstaubten Gewölben mit Spinnweben überzogenen Folianten und uralten Pergamenten hantiert, um so Vergangenes der Vergessenheit zu entziehen. Ganz abwegig ist diese Vorstellung nicht, denn die Aufgabe eines Archivs war ursprünglich, die Verwahrung von behörlichem Schriftgut , um dieses auf Dauer zu erhalten. Doch die Beschränkung der Institution „Archiv“ allein auf amtliches Schriftgut gilt nicht mehr. Ich verwahre und betreue das Schrift-, Bild– und Tonmaterial von Verbänden, Betrieben oder Privatpersonen der Gemeinde Seedorf. Das Archiv übernimmt und betreut die ihm anvertrauten Materialien, bereitet sie auf und verwahrt sie so, dass eine lange Haltbarkeit gegeben ist. Somit ist es der interessierten Öffentlichkeit ermöglicht, Zugang zu der verwahrten Vergangenheit zu haben und eigene Nachforschungen zu betreiben.

Jede Bürgerin oder Bürger kann das Archiv nutzen. Auch im gesellschaftlichen und Privatleben entsteht Schriftgut von historischem Wert, das nicht nur Auskunft geben kann über die Geschichte eines Vereins, einer Firma oder einer Familie, sondern auch bedeutsam ist, für die Geschichte eines Ortes oder einer Region. Oft wird die Bedeutung solcher Unterlagen unterschätzt! Auch wissen oft betroffene Bürgerinnen und Bürger nicht, dass das Archiv gerne Unterlagen annimmt und verwahrt. Auch mit der Maßgabe, sie für eine bestimmte Zeit nicht der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Jeder wird Unterlagen zur eigenen Rechtssicherheit aufbewahren. Aber viele Dokumente haben auch historischen Wert und verdienen es dauerhaft gesichert zu werden. Urkunden, Verträge, Zeugnisse und Meisterbriefe gehören ebenso dazu wie Schriftwechsel, das Familienstammbuch, Vereinsprotokolle, Haushaltspäne und -bücher, Festschriften, Plakate, Filme, Fotos Ansichtskarten, Tonaufnahmen, CDs und Zeitungsausschnittssammlungen.

Nicht immer ist es sinnvoll alles aufzubewahren. Rechnungen über alltägliche Anschaffungen besitzen einen geringeren Wert als Kaufverträge oder Protokollbände und Tagebücher.

Sollte man Sammlungen oder altes Schriftgut haben, wünsche ich mir jedoch eine Anfrage beim Archiv, bevor dieses wertvolle Papier im Altpapiercontainer landet! Gerne sehe ich es mir mit Ihnen gemeinsam an, oder nehme es ist Ihrem Einverständnis mit in die Archivräumlichkeiten, wo es dann aufbereitet und verwahrt werden könnte.

ArbeitsplatzArchivalien werden nur dann vor dem Zerfall bewahrt, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Es darf kein Eisen (Büro– oder Tackerklammern) im Papier bleiben; wichtig ist, dass sie vor Staub, Schmutz, Licht, Feuchtigkeit und Schädlingen geschützt werden. Ein trockener Raum, alterungsbeständige Mappen und Kartons (säurefrei), erfüllen bereits die wichtigsten Voraussetzungen für eine fachgerechte Unterbringung. Manchmal ist das Papier einem einfach zu viel und man fängt an wegzuwerfen. Dann denken Sie doch einfach mal an Ihren Archivar, der sich montags immer über Ihren Anruf freut!

Gerne nehme ich privates Archivgut im Archiv auf. Man kann Unterlagen ins Archiv geben und dabei trotzdem Eigentümer bleiben (Depositum). Der Eigentümer des privaten Archivguts kann dann auch über die Nutzung bestimmen!

So finden wir einen gemeinsamen Weg, alte Schätze zu bewahren und ein möglichst objektive und umfangreiche Geschichtsschreibung der Gemeinde Seedorf zu gewährleisten.

Manfred Schmidt
Tel. (0 45 55) 714 60 82
Mobil (0162) 330 87 52
montags von 8.30 Uhr - 12.00 Uhr

Besuchszeiten:
nach Absprache